Seizure Unit

Als eines von drei Schweizer Zentren bietet das die Universitätsklinik für Neurologie am Inselspital hochspezialisierte Medizin in Epilepsiechirurgie an und arbeitet eng mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Neuorchirurgie und Neuroradiologie sowie mit Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern zusammen. 

Die Seizure Unit im Anna-Seiler-Haus auf dem Stockwerk K ist eine Anfallsüberwachungsstation für Epilepsiepatientinnen und -patienten, in welcher epileptische Anfälle abgeklärt und prächirurgische Untersuchungen durchgeführt werden. Im videoüberwachten Raum stehen total vier Betten zur Verfügung. 

Personen mit pharmakoresistenter Epilepsie wird eine umfassende medizinische Abklärung empfohlen, um festzustellen, ob ein epilepsiechirurgischer Eingriff helfen kann. Die Identifikation der Hirnregion, von der die Anfälle ausgehen, erfolgt durch die Elektroenzephalografie (EEG), bei der die elektrische Aktivität im Gehirn aufgezeichnet wird. Für die Aufzeichnung werden Patientinnen und Patienten auf der Anfallsüberwachungsstation Seizure Unit aufgenommen. Während ihres ein- bis zweiwöchigen Aufenthalts tragen sie ständig ein EEG, zuerst mit Oberflächen-Elektroden auf der Kopfhaut und später mit Tiefenelektroden im Gehirn. Die 24-Stunden-Videoüberwachung ermöglicht eine detaillierte Analyse der Anfälle, um die optimale Behandlungsstrategie zu entwickeln, Therapieanpassungen vorzunehmen und die Möglichkeiten einer Operation abzuwägen.

Der nahegelegene Kontrollraum mit zahlreichen Überwachungsmonitoren gewährleistet eine Reaktionszeit von nur 30 Sekunden bei einem epileptischen Anfall. Dies ermöglicht den Spezialistinnen und Spezialisten aus der Neurologie, Epileptologie und Pflege eine sofortige Hilfe sowie die unmittelbare Durchführung von Tests zur Lokalisierung der Anfälle und zur Untersuchung der Hirnregionen.