Präoperative Epilepsiediagnostik
Bei einem Teil der Patient:innen mit Epilepsie lassen sich die Anfälle mit Medikamenten nicht ausreichend kontrollieren.
In solchen Fällen kann eine Operation eine mögliche Behandlungsoption sein.
Voraussetzung dafür ist eine umfassende und präzise Abklärung. Diese erfolgt in einem hochspezialisierten medizinischen Umfeld mit moderner Diagnostik und hoher fachlicher Expertise in der Epilepsiebehandlung.
Ziel der Abklärung
Die präoperative Epilepsiediagnostik verfolgt drei zentrale Ziele:
- den Ursprung der Anfälle im Gehirn genau zu lokalisieren
- wichtige Hirnfunktionen (z. B. Sprache oder Bewegung) zu identifizieren
- zu beurteilen, ob eine Operation sinnvoll und sicher möglich ist
Ablauf der Abklärung
Die präoperative Epilepsiediagnostik erfolgt schrittweise und wird individuell auf die Patient:innen abgestimmt. Zunächst werden die Anfälle mit nichtinvasiven Methoden untersucht, beispielsweise mittels Video-EEG über Elektroden auf der Kopfhaut sowie durch bildgebende Verfahren und neuropsychologische Tests.
Wenn diese Untersuchungen keine eindeutigen Ergebnisse liefern, können ergänzende Verfahren eingesetzt werden. In bestimmten Fällen ist eine invasive Diagnostik notwendig, bei der feine Elektroden direkt im Gehirn platziert werden, um die Anfälle präzise zu lokalisieren.
Während eines stationären Aufenthalts auf der Seizure Unit werden die Anfälle kontinuierlich aufgezeichnet und zusätzliche Untersuchungen durchgeführt, um wichtige Hirnfunktionen zu erfassen. Auf dieser Grundlage kann das Behandlungsteam den Ursprung der Anfälle genau bestimmen und das weitere Vorgehen planen.
Einblick in die invasive Epilepsiediagnostik (Phase-2-EEG)
Erfahren Sie in unserem Erklärvideo, wie die Untersuchung abläuft, wie die Elektroden platziert werden und was Sie während des Aufenthalts erwartet.
Interdisziplinäre Beurteilung
Alle Ergebnisse werden gemeinsam von einem hochspezialisierten Team aus Neurologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie und Neuropsychologie beurteilt. In einer interdisziplinären Fallbesprechung entscheiden die Spezialist:innen, ob eine Operation sinnvoll ist und welche Behandlungsoptionen infrage kommen.
Individuelle Entscheidung
Eine Operation ist immer eine individuelle Entscheidung. Neben den Untersuchungsergebnissen werden auch die persönliche Situation, die Erwartungen sowie mögliche Risiken der Patient:innen berücksichtigt. Das Behandlungsteam bespricht die Ergebnisse ausführlich mit den Patient:innen und ihren Angehörigen und begleitet sie bei der Entscheidungsfindung.

