Forschung
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Forschungshighlights
Bei Schlaganfall nützt ein Katheter nicht in jedem Fall
6. Februar 2025
Forschende unter der Co-Leitung von Prof. Dr. med. Urs Fischer, Klinikdirektor und Chefarzt der Universitätsklinik für Neurologie, Professor für Neurologie an der Universität Bern sowie Prof. Dr. med. Marios Psychogios des Universitätsspitals Basel (USB) rütteln mit einer neuen Studie an der gängigen Praxis. Die internationale DISTAL-Studie zeigt, es gibt keinen Vorteil mit der Kathetertherapie bei Schlaganfallpatient:innen mit kleineren Gefässverschlüssen.
In der Studie wurde bei Schlaganfallpatient:innen mit mittelgrossen oder kleineren Gefässverschlüssen eine Kathetertherpie mit der medikamentösen Standardbehandlung verglichen. Nach 90 Tagen war das Ausmass der Beeinträchtigung oder Sterblichkeit in beiden Gruppen vergleichbar – rund 45 % der Betroffenen erlitten mittelschwere bis schwere Einschränkungen oder verstarben. Erfreulich ist jedoch, dass die Kathetertherapie keine erhöhten Komplikationsraten, etwa schwere Hirnblutungen, aufwies. Im weltweit führenden Fachmagazin New England Journal of Medicine wurden diese Ergebnisse als Publikation mit dem Titel «Endovascular Treatment for Stroke Due to Occlusion of Medium or Distal Vessels» veröffentlicht.
Klinische Studie liefert neue Erkenntnisse zur Krankheitsentstehung bei wiederkehrenden Hirnblutungen
4. März 2025
Eine europaweite Kollaboration im Rahmen von EURECA, unter der Leitung eines Forschungsteams der Universitätsklinik für Neurologie am Inselspital, untersuchte über 700 Patient:innen, die mehrere Hirnblutungen erlitten hatten. Die Studie zeigt, dass Rückfälle häufiger in der Nähe einer früheren Hirnblutung auftreten. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn diese Hirnblutungen kurz aufeinander folgen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass lokale Faktoren im Gewebe eine Rolle spielen und die Erforschung neuer Therapieansätze ermöglichen könnten. Die Studie wurde im JAMA Neurology Journal veröffentlicht.
Frühzeitige Behandlung mit Blutverdünnern nach einem Schlaganfall sicher und wirksam
26. Juni 2025
Patient:innen mit Vorhofflimmern, die einen Schlaganfall erlitten haben, können deutlich von einer früheren Behandlung profitieren, als es die bestehenden Leitlinien empfehlen. Dies zeigt eine neue Studie unter der Leitung des Stroke Centers am Inselspital Bern in Zusammenarbeit mit dem University College London, der University of Austin und der Uppsala University. Die Ergebnisse der CATALYST-Studie, die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurden, basieren auf der Analyse kombinierter Daten aus vier randomisierten klinischen Studien, die in der Schweiz, im Vereinigten Königreich, in Schweden und in den USA durchgeführt wurden.
Studie zeigt: Thalamus steuert das gezielte Aufwachen bei Gefahr
31. Juli 2025
Forschende aus dem Zentrum für Experimentelle Neurologie haben untersucht, wie das Gehirn während des Schlafs auf potenzielle Gefahren reagiert. In experimentellen Modellen konnten sie zeigen, dass ein klar definierter Bereich im sogenannten zentral-medialen Thalamus eine zentrale Rolle dabei spielt, ob bei einem als gefährlich erlernten Geräusch ein Aufwachen ausgelöst wird.
Die Ergebnisse zeigen, dass spezifische Nervenzellen in diesem Hirnareal den Übergang vom Schlaf in den Wachzustand steuern. Wurden diese Zellen gezielt gehemmt, blieb das Aufwachen trotz des bedrohlichen Signals aus.
Die Befunde deuten darauf hin, dass der Thalamus als eine Art «Alarmzentrale» fungiert, die auch im Schlaf relevante Umweltreize überwacht und bei Bedarf rasch eine Weckreaktion auslöst. Die Studie wurde im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.
Besondere Auszeichnungen
PD Dr. med. Tatiana Brémovà-Ertl, PhD hat 2025 den Mogens-und-Wilhelm-Ellermann-Preis erhalten. Die renommierte Forscherin wird für ihre wegweisenden Arbeiten zur Behandlung der seltenen neurodegenerativen Erkrankung Niemann-Pick Typ C ausgezeichnet.
Prof. Dr. med. Dr. sc. nat. Maxime Olivier Baud , Neurologe und Neurowissenschaftler, Leitender Arzt und Leiter der Prä-Epilepsiechirurgie an der Universitätsklinik für Neurologie am Inselspital, ist 2025 mit dem renommierten Michael-Preis ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde seine wegweisende Forschung zur Vorhersagbarkeit epileptischer Anfälle – ein bedeutender Fortschritt zur Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen.
Berner Forschende sind an allen vier Konsortien beteiligt, die im Rahmen der Ausschreibung für «Flagship Initiativen» von Innosuisse unterstützt werden. Sie erhalten finanzielle Mittel in Millionenhöhe, die von Innosuisse und den Industriepartnern gemeinsam bereitgestellt werden. Die transdisziplinären Projekte werden dazu beitragen, systemische Innovationen im Bereich Demenzforschung, Präzisionsonkologie und Diabetesprävention zu entwickeln.
Assoziierte Professuren
Forschung in Zahlen
Es handelt sich bei den angegebenen Werten um ungefähre Angaben.