Prof. Dr. Antoine Adamantidis ist von der Universitätsleitung zum ordentlichen Professor für Systemneurophysiologie befördert worden. Die Beförderung erfolgte per 1. August 2026 auf den Beginn des Herbstsemesters.
Aktuelle Funktion in der Neurologie am Inselspital
Antoine Adamantidis ist seit 2014 Direktor des Zentrums für Experimentelle Neurologie (ZEN) und seit 2017 als ausserordentlicher Professor an der Universitätsklinik für Neurologie des Inselspitals Bern tätig. Zudem ist er Mitglied des Forschungsausschusses der Klinik.
Schlafforschung im Fokus neuronaler Netzwerke
Seine Forschung befasst sich mit der Dynamik und Plastizität neuronaler Netzwerke, die Schlafzustände und Schlafoszillationen sowie schlafassoziierte Hirnfunktionen steuern. Im Zentrum stehen dabei Fragen zur Organisation von Schlaf-Wach-Schaltkreisen, zur Entstehung und Ausbreitung von Schlafoszillationen sowie zur Rolle des Schlafs für die Informationsverarbeitung im Gehirn.
Langfristig zielt seine Forschung darauf ab, die Mechanismen und Funktionen des Schlafs besser zu verstehen und neue Therapieansätze zur Verbesserung der Schlafqualität und zur Behandlung von Schlafstörungen zu entwickeln. Aktuelle Projekte befassen sich unter anderem mit den neuronalen Schaltkreisen des REM-Schlafs, der Rolle des Thalamus im Schlaf und Wachzustand sowie den Wirkmechanismen von Schlafmedikamenten.
Forschung, Lehre und internationale Vernetzung
Die wissenschaftlichen Arbeiten von Antoine Adamantidis werden regelmässig in hochrangigen internationalen Fachzeitschriften wie Nature, Science und Nature Neuroscience publiziert. Er gilt als international führender Experte im Fachgebiet der Systemneurophysiologie.
Neben seiner Forschung ist er als Programmdirektor und Dozent massgeblich am Aufbau und der Weiterentwicklung des Masterprogramms in Sleep Medicine der Universität Bern und der Università della Svizzera Italiana (USI) beteiligt. Er engagiert sich zudem in verschiedenen Fachgesellschaften, unter anderem als Präsident der Swiss Society for Sleep Research, Sleep Medicine and Chronobiology (SSSSC) sowie im Education Committee der European Sleep Research Society (ESRS). Zudem ist er Präsident des Cajal Advanced Training Programme, Senior Editor des European Journal of Neuroscience sowie seit 2020 stellvertretender Chefredakteur der Fachzeitschrift SLEEP.
Nachwuchsförderung
Seit 2010 hat Prof. Adamantidis insgesamt 28 Nachwuchsforschende auf Master-, PhD- und Postdoc-Stufe betreut, die heute erfolgreiche Karrierewege in Wissenschaft und Industrie verfolgen.
Beruflicher und akademischer Werdegang
Antoine Adamantidis ist in Tourcoing, Frankreich geboren und in Belgien aufgewachsen. Die Universität Liege (Belgien) verlieh ihm 2005 den PhD für seine Doktorarbeit über die Charakteristik der physiologischen Funktion der melanin-konzentrierten Hormonrezeptoren. Von 2006 bis 2008 arbeitete er als Post-Doktorand an der Stanford University of Medicine (USA) und von 2008 bis 2010 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für das Departement of Psychiatry and Biological Sciences an der Stanford University of Medicine (USA) tätig. 2010 wechselte er zum Department of Psychiatry der McGill Universität in Montreal (Kanada), wo er ein Labor über die optogenetische Dissektion von Schlaf-Wach-Stadien gegründet hat.
Brückenbauer zwischen Forschung und Klinik
Die Universitätsklinik für Neurologie gratuliert Prof. Adamantidis zur Beförderung und würdigt seine Tätigkeit als verbindendes Element zwischen experimenteller, translationaler und klinischer Forschung. Mit seiner wissenschaftlichen Arbeit und seinem Engagement in der Nachwuchsförderung trägt er zur Weiterentwicklung des Fachgebiets sowie zur internationalen Wahrnehmung der Universität Bern und der Universitätsklinik für Neurologie am Inselspital, Universitätsspital Bern bei.
Massgebliche Publikationen
- Adamantidis, A.R. *, Zhang, F., * Aravanis, A.M., Deisseroth, K., and de Lecea, L. (2007) Neural substrates of awakening probed with optogenetic control of hypocretin neurons. Nature 450, 420–424. (>1400 citations)
- Jego, S., Glasgow, S.D., Herrera, C.G., Ekstrand, M., Reed, S.J., Boyce, R., Friedman, J., Burdakov, D., and Adamantidis, A.R. (2013) Optogenetic identification of a rapid eye movement sleep modulatory circuit in the hypothalamus. Nat. Neurosci. 16, 1637–1643. (>400 citations)
- Boyce R, Glasgow SD, Williams S, Adamantidis A. (2016) Causal evidence for the role of REM sleep theta rhythm in contextual memory consolidation. Science 13;352(6287):812-6. (>600 citations)
- Gent T, Bandarabadi M, Gutierrez Herrera C, Adamantidis A. (2018) Thalamic dual-control of sleep and wakefulness. Nat. Neurosci. 21(7):974-984. (>160 citations)
- Aime M, Calcini N, Borsa M, Campelo T, Rusterholz T, Sattin A, Fellin T & Adamantidis A. (2022) Paradoxical somato-dendritic decoupling supports cortical plasticity during REM sleep. Science 376(6594):724-730. (30 citations)
